Informationen zur Homöopathie

Samuel Hahnemann
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Liebe Patientin, lieber Patient, lndikationen für die Homöopathie Alle Krankheiten, bei denen eine Selbstregulation des Organismus möglich ist können homöopathisch behandelt werden: |
| Infekte |
Fieber, Erkältungen, Kinderkrankheiten |
| Hauterkrankungen | Ekzeme, Eiterungen, Neurodermitis, Warzen |
| Atemorgane | Husten, Asthma, Allergien, Heuschnupfen |
| Hals-Nase-Ohren | Mittelohr- und Mandelentzündungen, Schnupfen |
| Harnorgane | Blasenentzündung, Enuresis (Einnässen) |
| Magen-Darm-Erkrankungen | Gastroenteritis, funkt. Magenbeschwerden, |
| Reizdarmsyndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankung | |
| Folge von Verletzungen, Trauma | Gehirnerschütterung, Operation |
| Psychosomatische Beschwerden | Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel |
Krankheiten, die mit der Schädigung eines Organs einhergehen, kann man nicht heilen aber die Symptomatik kann gelindert werden. Grundsätzlich kann bei allen Erkrankungen eine Symptomlindernde Therapie erfolgen.
Homöopathie ist eine individuelle Medizin
Die Homöopathie erfasst den Menschen als Ganzheit. Sie sieht den Menschen als Individuum bestehend aus Körper. Seele und Geist. Primär wird der Mensch behandelt, mit seinen spezifischen Symptomen, und nicht eine Krankheit.
Die homöopathischen Mittel helfen dem Menschen, sein Gleichgewicht wieder zu finden und seine Symptome selbst zu bekämpfen. Entscheidend ist, durch welche Symptome der Patient seine Krankheit ausdrückt. Je seltsamer und komischer ein Symptom ist, desto wertvoller ist es für den Homöopathen.
Homöopathische Anamnese
Eine umfassende Anamnese kann über eine Stunde dauern, wobei der Patient seine typischen Beschwerden schildert.
Die Symptome sollten genau beschrieben werden:
- Wann und in welchem Zusammenhang sind die Beschwerden zum ersten Mal aufgetreten?
- Wo bestehen die Beschwerden, wohin strahlen sie aus?
- Wie äußern sich die Beschwerden? (z.B. stechende, ziehende, schneidende oder drückende Schmerzen, Juckreiz etc)
- Was bessert oder was verschlechtert die Beschwerden? Welche Begleitsymptome treten auf?
Bei der vegetativen Anamnese werden Fragen zu Stuhl, Um, Schlaf, Träumen, Gemüt, Laune, Ängsten, Appetit, Durst, Schweiß, Vorlieben und Abneigung auf bestimmte Speisen, Wetterfühligkeit u. a. gestellt.
Symptome der Haut, z.B. Hautausschläge, Muttermale, Warzen etc. werden besonders berücksichtigt.
Familienanamnese: bisherige Erkrankungen und Erkrankungen in der Familie. Die Repertorisation dient der Arzneimittelfindung nach den genannten Symptomen des Patienten.
Wodurch entstehen Krankheiten?
Die Ursache von Krankheiten "im Sinne der Homöopathie" können oft einfache Auslöser sein. Eine kleine Verletzung, ein Diätfehler, zuviel Alkohol oder Kaffee, verdorbene Speisen, Nasswerden im Regen, emotionaler Schock, der Tod einer geliebten Person, Ärger, Freude etc. können der Anlass sein, dass wir mit Schnupfen, Blasenentzündung, Magen-Darm-Störung, Rückenschmerzen oder anderen Erkrankungen reagieren.
Die Anfälligkeit für derartige Erkrankungen ist die Folge der Schwächung unserer Lebenskraft. Werden diese Erkrankungen nicht ausgeheilt, können sie chronischen Charakter annehmen.
Beispiel: in der Schulmedizin werden bei Infekten häufig Antibiotika verordnet, worauf eine rasche Besserung der Beschwerden eintritt, aber oft schon nach kurzer Zeit wieder ein Infekt auftritt, der wiederum mit Antibiotikagabe therapiert wird usw. Um diesen Kreislauf zu unterbrechen, muss die "Lebenskraft" gestärkt werden, damit unser Körper mit den Bakterien und Viren fertig werden kann.
Krankheiten können auch von Generation zu Generation übertragen werden, so dass eine Veranlagung für bestimmte Krankheiten (Miasma) "vererbt" werden kann.
Der Ursprung für diese Schwäche liegt oft Jahre bzw. Generationen zurück, so dass es manchmal unmöglich ist, den Beginn der Erkrankung festzustellen.
In der Homöopathie gehen wir davon aus, dass Krankheit das Ergebnis erschöpfter Lebenskraft ist 1 Erst dann werden Bakterien und Viren eine Bedrohung für unseren Körper.
Die homöopathische Behandlung stärkt die Lebenskraft und vermindert damit die Empfänglichkeit für Krankheiten.
Verabreichung von Homöopathika
Homöopathika gibt es in Form von Tabletten, Globuli (Kügelchen) oder Lösungen.
Niedrige Potenzen (D4 - D12) können häufiger verordnet werden (z.B. 3 x tägl.). Bei der Selbstmedikation sollten nur die Potenzen D6 - D12 verwendet werden. Hochpotenzen ab D 30, C 30, C 200 ... werden nur in großen Abständen verabreicht, manchmal werden sie nur einmal benötigt.
Bei zu häufiger Gabe ist eine Verschlechterung des Befindens möglich. Höhere Potenzen wirken stärker, insbesondere tiefer auf der psychischen Ebene.
Die Einmalgabe von Hochpotenzen ist im Sinne der klassischen Homöopathie. Dabei erhalten sie nur ein Globuli. Danach wartet man im allgemeinen 2 bis 4 Wochen die Reaktion des Körpers ab.
Erstreaktion nach Mittelgabe
Gelegentlich kann in den ersten Tagen nach Arzneimittelgabe eine Verstärkung der Beschwerden festgestellt werden. Sie wird als Erstverschlimmerung bezeichnet, ist nur von kurzer Dauer und wird als pro gnostisch günstig angesehen. Das Auftreten von Hautausschlägen, Furunkeln, vermehrtes Wasserlassen, Schwitzen, Fieber, Durchfall sind verschiedene Arten des Körpers, sich von schädigenden Einflüssen zu reinigen. Sie sind vorübergehend und sollen nicht behandelt werden.
Behandlungskosten und Erstattung
Private Versicherungen bezahlen die Homöopathie meist komplett. Gesetzliche Krankenkassen können im Rahmen der Kostenerstattung einen Teil der Kosten übernehmen. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung der Ärzte.